Sa 3.03.2018, 20:30        
Mark Olson & Ingunn Ringvold      
Spokeswoman Of The Bright Sun
Americana/SingerSongwriter
Mark Olson haben wir quasi die Erfindung der Musik zu verdanken, die heute als Americana bekannt und etabliert ist. Er war es, der 1985 in seiner Heimatstadt Minneapolis mit ein paar Kumpels die Band Jayhawks gegründet hat, die später von der Village Voice als „the only country rock band that matters“ gepriesen wurde und mit „Hollywood Town Hall“ 1992 ein Album veröffentliche, das bis heute zur absoluten Referenz im Alt.Country/Americana-Genre zählt. Mark Olson verließ auf dem kreativen Höhepunkt 1996 nach gut zehn Jahren die Jayhawks, um zusammen mit seiner damaligen Ehefrau und genialischen Singer-/ Songwriterin Victoria Williams das Creekdippers-Projekt ins Leben zu rufen. Die einzigartige Paarung von Olsons geradlinig-melodiösen Folkrock-Songs und Williams exzentrisch-schrägem Gesangs- und Kompositionsstil, locker-improvisatorisch und bewusst liebenswürdig-unfertig klingend umgesetzt, bescherte uns ein halbes Dutzend wundervoller Alben und zwei unvergessliche Konzerte im Lab, die im Rückblick zu den absoluten Höhepunkten der Americana-Schiene zu zählen sind. Die Verbindung Olson-Williams ging leider im Jahr 2006 auseinander. Mark Olson war danach einige Zeit untergetaucht, um den Trennungsschmerz zu verarbeiten. Eine Versenkung, aus der er musikalisch gestärkt wieder auftauchte, wie das wunderbare Album „Salvation Blues“ aus dem Jahr 2007 zeigte, sein erstes echtes Solowerk, ein Album voller Alternative-Country/Roots/Americana-Songs mit heller, locker-flockiger Ausstrahlung im entspannten Westcoast-Feeling, auf dem er der Musik seiner früheren Jayhawks näher war denn je zuvor.

Noch einen drauf setzte er ein Jahr später, als es die von den Fans kaum noch erhoffte Reunion mit Gary Louris, seinem kongenialen Jayhawks-Partner gab, mit dem er ein gemeinsames Album aufnahm, dem auch eine Welttournee folgte.

Dies funktionierte so gut, dass Olson und Louris sich entschlossen, 2011 die weltweit herbei gesehnte Jayhawks Reunion zu vollziehen, deren Resultat, das wunderschöne „Mockingbird Time“, sich mit Platz 38 in den Billboard Top 100 Charts zum größten kommerziellen Erfolg in der Karriere der Jayhawks entwickelte. Wiederum konnte sich Olson nicht mit den daran geknüpften Zwängen und Verpflichtungen anfreunden und nach über 100 Shows im Anschluss an die Album-Veröffentlichung entschloss sich Mark Olson, dem hektischen und zum Teil von unangenehmen Begleiterscheinungen geprägten Rockstar-Leben endgültig Adieu zu sagen.

Olson hat inzwischen mit der norwegischen Sängerin und Multi-Instrumentalistin Ingunn Ringvold eine neue kongeniale Partnerin für Leben und Musik gefunden, mit welcher er 2017 bereits das zweite Album „Spokeswoman Of The Bright Sun“ eingespielt hat.

Mark Olsons herausragendes Talent als Songschreiber, aber auch als Arrangeur und Soundvisionär, kommt auf dem neuen Album voll zum Tragen: Reminiszenzen in Aufnahmetechnik wie Sound an das Laurel Canyon Joni Mitchells, Graham Nashs oder Chris Hillmans, ohne je Gefahr zu laufen, als Retro abgestempelt zu werden. Darum geht es Mark Olson auch nicht, seine Welt ist geprägt von Empathie, der Suche nach dem perfekten Sound, der perfekten Instrumentierung seiner nachdenklich-philosophisch geprägten Songs, die immer neben aller Melancholie eine positive, lebensbejahende Grundstimmung behalten. Die Liedern sind kleine, manchmal leicht verschroben wirkende Juwelen, jeder Song eine Geschichte, jeder Song mit wenigen Worten eine Anregung, ein Hinweis, etwas zum Nachdenken- und Fühlen. Echte Tiefe, Substanz. Dazu mit Ingunn Ringvold eine großartige Duett- und Harmony-Partnerin. Kurzum: ein wundervolles, ruhiges Programm zum ganz tiefen Eintauchen.
 
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