Sa 5.05.2018, 20:30        
Peter Bruntnell & Band      
14. Festival "For The Sake Of The Song"
Americana/SingerSongwriter
Peter Bruntnell ist der vielleicht amerikanischste Singer/Songwriter, den England je hervorgebracht hat. Und vielleicht auch einer der meist unterschätzten. Wobei man eine Fangemeinde, die Namen wie Jay Farrar, Kurt Wagner und Peter Buck einschließt, durchaus als fein einstufen kann, wenn sie auch klein sein mag. Aber vielleicht ist dieser bescheidene, freundliche Musiker einfach eine Spur zu introvertiert für die Masse, ein wenig zu britisch für den Americana-Zeitgeist, ganz sicher kein Lautsprecher in den sozialen Medien und überhaupt viel zu bodenständig und wertkonservativ für den schnellen Hit und aufgeregte Marktmechanismen. Auf jeden Fall sind wir nicht traurig, einen solchen Mann, der kraft seiner künstlerischen Qualität eigentlich die großen Hallen füllen müsste, im intimen Lab-Rahmen erleben zu dürfen.

Peter Bruntnell hat kürzlich auf dem kleinen, feinen und damit perfekt zu ihm passenden Roots-Label Blue Rose Records sein mittlerweile zehntes Album veröffentlicht, und es ist mal wieder eine Sternstunde des gepflegten, gitarrenlastigen, harmonieverliebten Americana geworden, eine gelassen-reife Lehrstunde in Sachen Songwriting, ein berückender Melodienreigen, der nachhaltig zu Herzen geht. Bruntnell durchlebt alle Phasen des reichen Alternative Country-Kosmos, huldigt den feinfühlig filigranen akustischen Folk-Feintönen ebenso wie den herzhaft ausgekosteten E-Gitarren-Passagen, etwa im neunminütigen Cortez-The-Killer-artigen Epos „Yuri Gagarin“, dem herausragenden Meisterwerk des Albums. Mit saftigstem Gitarrenklang und mitreißend vielstimmig-verzückenden Harmonie-Chören streift er durch bewährte Americana-Gefilde, die er als Brite mit mancher englischen Traditionsnote verfeinert, packt den Hörer mit einem harmoniesicheren Hauch von Kinks’scher Hemdsärmeligkeit, lässt die Saiten Byrds-gleich strahlen, kniet satt verzerrt vorm Crazy Horse-Country-Rock-Altar, packt gelegentliche CCR-Riffs aus, gemahnt an Petty in seligen Heartbreakers-Höhen, versöhnt die Green- und Buckingham-Phasen von Fleetwood Mac miteinander, streut einen Hauch Townes-Van-Zandt-Melancholie ein ….Die Vergleiche könnte man jetzt beliebig fortsetzen, aber das sollte soweit mal genügen, um klarzumachen, was einen hier musikalisch erwartet.

Peter Bruntnell – Gesang, Gitarre
James Walbourne – Gitarre
Peter Noone – Bass
Mick Clews – Schlagzeug
 
http://www.peterbruntnell.net 

http://www.youtube.com/channel/UC-vJlksOGWE576vScsbW-bA   

http://www.facebook.com/peter.bruntnell